Wer kennt sie nicht, die Nistkästen? Sie hängen an Bäumen sowie an Scheunen- und Hauswänden in und um unsere Dörfer und Wälder. Jedes Frühjahr freuen wir uns über das Vogelgezwitscher und über jede bewohnte Nisthöhle, in der wieder junge Vögel schlüpfen. Ab und zu können wir die Vogeleltern beim Füttern ihrer Jungen beobachten. Wer Glück und Geduld hat, erlebt die Jungvögel bei ihren ersten Flugversuchen.
Auch für diejenigen, die in unserem Wirkungskreis im Spätherbst oder Winter die rund 570 Nistkästen reinigen und die Statistik führen, ist jede belegte Höhle ein Erfolg. Diese Arbeit sollte jedes Jahr durchgeführt werden. Dabei wird das alte Nest mit einem Spachtel entfernt. Unbedingt zu beachten ist, dass die Nester verwaist sind oder nur noch als Schlafplätze genutzt werden. Wenn Sie selbst Nisthöhlen reinigen, „klopfen Sie vor der Reinigung kurz an“, damit Siebenschläfer und andere Schlafmützen rechtzeitig die Flucht ergreifen können. Die Reinigung hat mehrere Gründe: Einerseits lassen sich Parasiten dezimieren, andererseits können wir, wie bereits erwähnt, die Statistik über unsere Höhlenbrüter führen. Zudem können defekte Nistkästen repariert oder gleich ausgetauscht werden. Bleibt ein altes Nest im Nistkasten, werden die Jungvögel viel früher von Milben befallen und haben dadurch schlechtere Überlebenschancen. Trotzdem ist eine Nisthöhle kein Wohnzimmer. Es reicht, den Schmutz mit einem Spachtel auszukratzen.
Bei der Wahl oder beim Eigenbau eines Nistkastens ist es wichtig, dass sich die Öffnung der Höhle leicht öffnen lässt. Es hat sich ebenfalls bewährt, den Kasten zur Reinigung abnehmen zu können. Wenn möglich, sollte eine natürliche Aufhängung (z. B. ein abgesägter Ast) gewählt werden. Auf keinen Fall sollten Nägel oder Schrauben in die Stämme geschlagen werden; falls doch, verwenden Sie nur Aluminiumnägel. Normale Eisennägel können beim Verarbeiten von Holz das Sägeblatt beschädigen. Mit einem starken Draht, der auf beiden Seiten der Höhle durch ein vorgebohrtes kleines Loch geführt und umgebogen wird, lässt sich der Nistkasten sehr gut befestigen. Nistkästen sollten nur in einem für die Aufzucht der Jungvögel geeigneten Lebensraum angebracht werden.
Damit Katzen und Marder nicht mit der Tatze an die Brut gelangen, sollte sich die Lochunterkante bei einem Höhlenbrüterkasten mindestens 17 cm über dem Kastenboden befinden. Demselben Zweck erfüllt der Überstand des Daches über dem Flugloch. Je größer der Überstand, desto geringer ist die Chance, dass Beutegreifer von oben ins Flugloch greifen können. Auf eine Ansitzstange unter dem Flugloch sollte verzichtet werden. Auch sie erleichtern Nesträubern den Zugang. Nistkästen sollten an einer vor Regen, Wind und praller Sonne geschützten Stelle möglichst schon im Herbst in mindestens 2 m Höhe angebracht werden. Die Einflugöffnung sollte dabei in südliche bis östliche Richtung zeigen. Nachfolgend einige Eindrücke von vergangenen Nisthöhlenreinigungsaktionen.
Haben auch Sie Lust, bei der Nisthöhlenreinigung mitzuhelfen? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.